Category Archives: a networked network theory

DiEM25 muss sich selbst demokratisieren oder es wird verschwinden

Dies ist die deutschsprachige, erweiterte und veränderte Version von „Is DiEM25 really a democratic movement? An answer to Yanis Varoufakis proposal“.

Einleitung: Ein Monat ist seit der Gründungsveranstaltung von DiEM25 (Democracy in Europe Movement 2025) in der Volksbühne Berlin am 9. Februar 2016 vergangen. Nachdem ich zu Hause den Livestream der Veranstaltung gesehen habe, hatte ich den faden Geschmack einer Kaffeehaus-Revolution im Mund.

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Is DiEM25 really a democratic movement? An answer to Yanis Varoufakis proposal

This article is an answer, a rerelease and critique of “What makes DiEM25 a more effective movement? What is it doing differently?” Originally published by Yanis Varoufakis here on DiEM25. 
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Preview: Niklas Luhmann als Element einer Netzwerktheorie der Wissenschaft

  1. Einleitung: Warum einen netzwerktheoretischen Überblick über Niklas Luhmanns Systemtheorie?

In der deutschen Netzwerkforschung besteht ein großes Interesse an einer Synthese zwischen einer der großen Netzwerktheorien und der Systemtheorie Niklas Luhmanns. So arbeitet Jan Fuhse, Soziologe an der Humboldt Universität in Berlin, in seinen Aufsätzen wie „Verbindungen und Grenzen. Der Netzwerkbegriff in der Systemtheorie“ (Fuhse 2011) sehr direkt an einer solchen Synthese. Ein anderes Beispiel ist der Bremer Soziologe Henning Laux, der in seiner „Soziologie im Zeitalter der Komposition“ (Laux 2014) Luhmanns Ideen direkt in die Theoriebildung mit einfließen lässt.  So beschreibt er in seinen „Mechanismen der Strukturbildung“ (Laux 2014, S. 158 – 174) u. a. die Entstehung von Systemen auf Basis eines Urzustandes von unverbundenen Elementen, die sich durch Mechanismen, wie wiederholtes Aufeinandertreffen und dem Ausbilden von gemeinsamen Geschichten, verfestigen und schlussendlich ein vollständiges System bilden (vgl. auch Adamik 2016, S. 10 – 23).

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last junkies on earth – unter der stadt

15 Meter unter der Innenstadt erstreckt sich Dortmunds bestgehütetes Geheimnis: Ein 5 Kilometer langes Labyrinth aus Gängen, zahlreichen Nebentunneln und ganzen Hallen sind die Überbleibsel der wohl größten Luftschutz-Bunkeranlage Europas.

Den älteren unter uns ist die Existenz dieser Anlage wohlbekannt und selbstverständlich, doch eine gepflegte Mauer des Schweigens Seitens der Stadt und der Behörden führte dazu, dass ein Großteil der jüngeren Dortmunder noch nie von dem gigantischen Luftschutzstollen unter der Stadt gehört haben. Insgesamt 19 Eingänge, von denen nur noch ein paar wenige existieren und gut gesichert oder verschweißt sind, ermöglichten der Zivilbevölkerung im 2. Weltkrieg während der großen Bombardements auf Dortmund die sichere Zuflucht in die Katakomben unter der Stadt.

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Vortragsreihe: Linker Protest in der Netzwerkgesellschaft

Linker Protest in der Netzwerkgesellschaft – Protestieren gegen die G7.

Der Vortrag stellt die Frage nach der Organisation von Protestgroßereignissen wie der Aktionswoche gegen den G7 Gipfel in Elmau im Juni 2015.

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PhD IV: Es wagen zu fragen

Dare to ask © Jorge Cham 2013
Dare to ask © Jorge Cham 2013

Bild Nr. 1: Redner: “Noch irgendwelche Fragen?”

Cecilia: “Uh Oh, Ich hab’ eine Frage.”

Bild Nr. 2: Cecilia: “Soll ich tatsächlich fragen? Was ist, wenn er die Frage schon beantwortet hat? Ist es eine dumme Frage? Ich blamiere mich bestimmt vor allen Leuten, oder?” Continue reading PhD IV: Es wagen zu fragen

Downloads: Popkultur – Kritik – Protest

Zum Downlaod auf academia.edu: Das Populäre und das Politische sind schon seit langem eng miteinander verbunden. Wer an die politische Bewegung der 68er denkt, denkt auch gleichzeitig an die Musik dieser Ära. Wer an die Proteste der Friedensbewegung denkt, denkt auch gleichzeitig an Karl den Käfer

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Popkultur – Kritik – Protest

Der Kern jedes Protests ist die Kritik. Nach Foucault liegt das Wesen der Kritik darin, dass sie „nur im Verhältnis zu etwas anderem als sie selbst“ (8) existiert. Dieses Wesen der Kritik wird in der Aussage der Aktivistin und Mitorganisatorin der Euromayday-Parade Regine Beyß deutlich:

„Unser Ziel war es, auf die prekären Lebens- und Arbeitsverhältnisse hinzuweisen, die der Kapitalismus in Deutschland und Europa schafft. […] Wichtig war uns, nicht nur zu kritisieren, sondern auch zu zeigen, welche Alternativen es gibt, die auch schon umgesetzt werden.“
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Wikipedia IV: Schrödinger’s cat in popular culture

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Der ITler, das revolutionäre Subjekt der Netzwerkgesellschaft?

Auf dem letzten Chaos-Communication-Congress (30c3) rief der Internetaktivist und Betreiber der Whistleblower-Plattform Wikileaks Julian Assange in seiner Rede Sysadmins of the world, unite  Systemadminstratoren und andere ITler zur Weltrevolution auf. Sie sollten sich von den Geheimdiensten, Unternehmen und Behörden anwerben lassen, dort geheime Informationen sammeln und diese dann der Öffentlichkeit zugänglich machen. Selbstverständlich kann man Assange vorwerfen, dass er nur die ökonomischen und politischen Interessen seiner Plattform Wikileaks vertreten habe, aber, wie immer wenn die legitimen Interessen von Menschen und Organisationen kritisiert werden, greift diese Kritik zu kurz. Assanges Rede wirft aus einer neo-marxistschen Perspektive die Frage auf, ob der ITler das revolutionäre Subjekt der Netzwerkgesellschaft ist.

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