Category Archives: about politics

DiEM25 muss sich selbst demokratisieren oder es wird verschwinden

Dies ist die deutschsprachige, erweiterte und veränderte Version von „Is DiEM25 really a democratic movement? An answer to Yanis Varoufakis proposal“.

Einleitung: Ein Monat ist seit der Gründungsveranstaltung von DiEM25 (Democracy in Europe Movement 2025) in der Volksbühne Berlin am 9. Februar 2016 vergangen. Nachdem ich zu Hause den Livestream der Veranstaltung gesehen habe, hatte ich den faden Geschmack einer Kaffeehaus-Revolution im Mund.

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Is DiEM25 really a democratic movement? An answer to Yanis Varoufakis proposal

This article is an answer, a rerelease and critique of “What makes DiEM25 a more effective movement? What is it doing differently?” Originally published by Yanis Varoufakis here on DiEM25. 
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Vortragsreihe: Linker Protest in der Netzwerkgesellschaft

Linker Protest in der Netzwerkgesellschaft – Protestieren gegen die G7.

Der Vortrag stellt die Frage nach der Organisation von Protestgroßereignissen wie der Aktionswoche gegen den G7 Gipfel in Elmau im Juni 2015.

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Downloads: Popkultur – Kritik – Protest

Zum Downlaod auf academia.edu: Das Populäre und das Politische sind schon seit langem eng miteinander verbunden. Wer an die politische Bewegung der 68er denkt, denkt auch gleichzeitig an die Musik dieser Ära. Wer an die Proteste der Friedensbewegung denkt, denkt auch gleichzeitig an Karl den Käfer

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Popkultur – Kritik – Protest

Der Kern jedes Protests ist die Kritik. Nach Foucault liegt das Wesen der Kritik darin, dass sie „nur im Verhältnis zu etwas anderem als sie selbst“ (8) existiert. Dieses Wesen der Kritik wird in der Aussage der Aktivistin und Mitorganisatorin der Euromayday-Parade Regine Beyß deutlich:

„Unser Ziel war es, auf die prekären Lebens- und Arbeitsverhältnisse hinzuweisen, die der Kapitalismus in Deutschland und Europa schafft. […] Wichtig war uns, nicht nur zu kritisieren, sondern auch zu zeigen, welche Alternativen es gibt, die auch schon umgesetzt werden.“
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Is Karl Marx concept of the class struggle still up to date?

Taken from we are the 99 % percent
Taken from we are the 99 % percent

During the last financial crises Karl Marx and his thoughts regain a lot of popularity. For instance the Occuppy Wallstreet slogan “We are the 99%” refers directly to his concept of the class struggle and supported the movement by organising their world wide protest. His thoughts and concepts seems to be embedded in the minds of the people, but are his concepts still fertile from an academic point of view?

In sociology Marx concept of the class conflict and with it the two classes of Bourgeoisie and proletariat stands beside a lot of other concepts to analyse the social structure (networked with: is diem25 really a democratic movement) Lately the British BBC started the “Great British Class Survey”, which they announce as ground breaking science. This maybe right form a British perspective, but from a German perspective the theory behind the survey is old fashioned. There survey is mainly based on the theoretical framework of Pierre Borudieu and his neo-marxist concept of social, cultural and economic capital. In Germany his concepts were adopted much earlier for instance by Gerhard Schulze in his theory of the “Erlebnisgesellschaft” (experience society) published in 1992.

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Michael Hardt und Antonio Negri Demokratie (2013). Eine rezeptionsanalytische Kritik. Fazit.

Hier geht es zum ersten und zum zweiten Teil.

Was am Ende bleibt

Am Ende dieser Metakritik möchte ich noch auf den Kritikpunkt der Repräsentation der Masse durch die sozialen Protestbewegungen eingehen, bevor ich die zentrale Erkenntnis dieser Auseinandersetzung zusammenfasse und eine abschließende Empfehlung an die Protestbewegungen formuliere.

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Michael Hardt und Antonio Negri “Demokratie” (2013). Eine rezeptionsanalytische Kritik. Teil II.

Zum ersten Teil:

Die Kritik an der Systematisierung der unterschiedlichen globalen Protestbewegungen unter dem gemeinsamen Dach der Multitude

Einer der Hauptunterschiede zwischen Demokratie/Deklaration und dem Manifest der kommunistischen Partei ist die Stellung des revolutionären Subjekts. Während im Manifest die Bildung des proletarischen Klassenbewusstseins und die Vereinigung der Proletarier aller Länder erklärte Ziele sind, haben Hardt und Negri in den weltweiten Protestbewegungen ihr revolutionäre Subjekt, die Multitude bereits erkannt.

Für Hardt und Negri existiert die Multitude dabei gleichzeitig in zwei Seins-, bzw. temporalen Zuständen:

1) Die ontologische/ewige Multitude als das aktuelle revolutionäre Subjekt, welches sich im hier und jetzt der Autorität und dem Kommando verweigert.

2) Die utopische/zukünftige Multitude, die sich aufgrund eines zukünftigen politischen Projekts als globales revolutionäres Subjekts formiert (vgl. Hardt und Negri 2004, S. 248).

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Michael Hardt und Antonio Negri “Demokratie” (2013). Eine rezeptionsanalytische Kritik. Teil I.

Am 14. Februar erschien im Campus Verlag Frankfurt die deutsche Übersetzung von Declaration, der beiden, hauptsächlich durch ihr Buch Empire (2000, dt. 2002) bekannten neomarxistischen Theoretiker Michael Hardt und Antonio Negri. Die deutsche Übersetzung des Titels ist mit Demokratie leider etwas unglücklich gewählt, was bei den deutschen Zeitungskritikern zu reichlich Verwirrung geführt hat.

Die Verwirrung der Kritiker

Aufhänger der Verwirrung sind die ersten Sätze des Buches:

Dies ist kein Manifest. Manifeste verkünden uns Idealwelten und beschwören ein geisterhaftes Subjekt. Sie gehörten in eine Zeit, in der Politik Propheten folgte, die sich ihr Volk erschufen“ (Hardt, Negri 2013).

Die Meinung der KritikerIn ist eindeutig. Entgegen dem, was die Autoren behaupten, sind sie sicher, es handelt sich bei diesem Text um ein Manifest.

Christoph David Piorkowski von der Süddeutschen Zeitung und Robert Misik von der Frankfurter Rundschau definieren den Text einfach autoritär entgegen des Willens der Autoren zu einem Manifest (Piorkowski 2013 und Misik 2013).

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