Tag Archives: manuel castells

Inside Wikileaks – Transparenz um jeden Preis?

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Julian Assange 2009

Der Film Inside Wikileaks stellt die Frage, ob das Streben nach transparenten Instituten das Leben von Informanten gefährden darf. Die Antwort überlässt er jedem Einzelnen.

Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt lässt die Frage offen, ob die Veröffentlichungen durch Julian Assange auf Wikileaks tatsächlich Menschenleben gekostet haben. In einer fiktiven Nebenhandlung wird die Flucht des libanesischen Informanten der US-Regierung Dr. Tarek Haliseh dargestellt. Seine Flucht wurde durch die Veröffentlichung von US-amerikanischen Botschaftendepeschen, die Wikileaks von Bradley Manning erhalten hatte, notwendig. Der Film wirft hierdurch die Frage auf, wie weit das Streben nach transparenten Institutionen gehen darf? Darf es das Leben von Informanten gefährenden?

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Business as usual – Eine historische Einordnung der Anti-Überwachungsproteste

Masse
Demonstranten “Freiheit statt Angst”

Am 07. September forderten auf der Berliner Großdemonstration „Freiheit statt Angst“   20 000 Demonstranten die Achtung ihrer Grundrechte durch den Staat und die Geheimdienste. Wie der Internetaktivistist Jacob Appelbaum in seiner Rede betonte, sind die Enthüllungen Edward Snowdens für viele der Grund gegen den „Überwachungswahn“ auf die Straße zu gehen. Das diese Enthüllungen eindeutig zur Popularität des Themas und zur großen Beteiligung an der Demonstration beigetragen haben, ist unbestritten. Diese Aktualität täuscht aber über den Umstand hinweg, dass der Themenkomplex Überwachung, Datenschutz und Grundrechte ein dauerhafter Konflikt ist.
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Zusammenfassung Bekedahl: Unser Blog soll schöner werden

Markus Bekedahls Blog netzpolitik.org ist mit rund 30 000 Klicks am Tag (vgl. Video) und einer aktuellen Platzierung auf Platz 5 der Deutschen Blog Charts (stand Juli 2013) einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Bloggs. In der Rede, die er im Mai 2013 auf der re:rublica gehalten hatte, stellt Bekedahl einige Aspekt seiner Arbeit vor. Die Aspekte Entstehung, Personal, Organisationsform und Themen, werden an dieser Stelle zusammengefasst. Dem Aspekt der Refinanzierung des Blogs ist ein eigener Artikel gewidmet.
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The blogger as the intellectual of the network society

I publish here the first chapter of my current article “The blogger as the intellectual of the network society”. Dealing with the question, what comes after the old intellectuals of the times of the mass media will be vanished from the public sphere, the article starts with a journey to the reflections of the intellectual at the end of the twentieth centruy. The whole article will feature quotes about the position and the role of the intellectual in the network society, the changing of the mass audience to the segmented audience, a analyses of the work, the life and the blog of the Austrian journalist Robert Misk, dealing with the question if he is a “blogging intellectual”. The conclusion will feature three types of blogging intellectuals.

Still searching for a publishing house, every serios offer is welcome.

The blogger as the intellectual of the network society

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Markus Bekendahl, an example of a blogging intellectual

 If we think of intellectuals names like Michel Foucault, Jean-Paul Sartre, Ulrich Beck, Jürgen Habermas, Noam Chompsky, Anthony Giddens or Slavoj Žižek emerge in our minds. The problem with these people is that some of them are dead and those who are not are old. For example the average age of the persons rated in the “2012 Cicero Ranking of the 500 most important German intellectuals” is 66. But a short view on the ranking of the “100 top global thinkers” published by the “Foreign Policy” magazine shows some younger people, so maybe this is only a German problem. Anyway, reason enough to ask the question what comes after these people who have vanished from the public sphere? The first approach to this question is to figure out what means to being an intellectual.

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Taksim ist überall! Überall ist Widerstand!

Michael Hardt und Antonio Negri sprechen in ihren Büchern von der geschichtsträchtigen Multitude, den Singularitäten (in etwa Individuen), die auf globaler Ebene gemeinsam Handel.
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Offene Linksammlung zu den Protesten in der Türkei

In Deutschland haben sich rund um die Proteste, die auf dem istanbuler Taksim Platz und dem Gezi Park ihren Ursprung gefunden haben, zahlreiche Diskurse entwickelt. Im Zentrum stehen dabei die Grundwerte der Demokratie insbesondere das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Pressefreiheit, die Versammlungsfreiheit und der Schutz vor staatlichen Repressionen bei Ausübung dieser Rechte.

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Offene Linksammlung zu den Protesten in der Türkei

In Deutschland haben sich rund um die Proteste, die auf dem istanbuler Taksim Platz und dem Gezi Park ihren Ursprung gefunden haben, zahlreiche Diskurse entwickelt. Im Zentrum stehen dabei die Grundwerte der Demokratie insbesondere das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Pressefreiheit, die Versammlungsfreiheit und der Schutz vor staatlichen Repressionen bei Ausübung dieser Rechte.
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Michael Hardt und Antonio Negri Demokratie (2013). Eine rezeptionsanalytische Kritik. Fazit.

Hier geht es zum ersten und zum zweiten Teil.

Was am Ende bleibt

Am Ende dieser Metakritik möchte ich noch auf den Kritikpunkt der Repräsentation der Masse durch die sozialen Protestbewegungen eingehen, bevor ich die zentrale Erkenntnis dieser Auseinandersetzung zusammenfasse und eine abschließende Empfehlung an die Protestbewegungen formuliere.

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Michael Hardt und Antonio Negri “Demokratie” (2013). Eine rezeptionsanalytische Kritik. Teil II.

Zum ersten Teil:

Die Kritik an der Systematisierung der unterschiedlichen globalen Protestbewegungen unter dem gemeinsamen Dach der Multitude

Einer der Hauptunterschiede zwischen Demokratie/Deklaration und dem Manifest der kommunistischen Partei ist die Stellung des revolutionären Subjekts. Während im Manifest die Bildung des proletarischen Klassenbewusstseins und die Vereinigung der Proletarier aller Länder erklärte Ziele sind, haben Hardt und Negri in den weltweiten Protestbewegungen ihr revolutionäre Subjekt, die Multitude bereits erkannt.

Für Hardt und Negri existiert die Multitude dabei gleichzeitig in zwei Seins-, bzw. temporalen Zuständen:

1) Die ontologische/ewige Multitude als das aktuelle revolutionäre Subjekt, welches sich im hier und jetzt der Autorität und dem Kommando verweigert.

2) Die utopische/zukünftige Multitude, die sich aufgrund eines zukünftigen politischen Projekts als globales revolutionäres Subjekts formiert (vgl. Hardt und Negri 2004, S. 248).

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Kommentar: Michael Hardt auf Freitag.de “Occupy war ein Erfolg”

Michael Hardt und Antonio Negri teilen als Neo-Marxistische Theoretiker und Ideologen den klassischen Grundgedanken der Marxistischen Theorie der direkten Demokratie. Eine Beteiligung aller, genauer aller, die über ein Klassenbewusstsein verfügen, ermöglicht gerechte Entscheidungen.

„Die Bewegungen teilen gemeinsame Praktiken: Zeltcamps, Generalversammlungen oder Verfahren kollektiver Entscheidungsfindung. Sie eint die politische Forderung nach mehr Demokratie, denn es handelt sich nicht nur um ökonomisch motivierten Protest.”

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